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Eisfischen auf dem Öschinensee ist cool...

 von Yvonne Prieur (Text) und Urs Röthlisberger (Bilder)

Bei minus 7 Grad trafen wir am letzten Sonntag im Januar an der Talstation der Seilbahn in Kandersteg ein. Urs Röthlisberger hatte das Eisfischen im Öschinensee für den Verein organisiert; die Grippewelle führte jedoch zu einigen Abmeldungen. Zu dritt fuhren wir schliesslich mit Davoser Schlitten, Eisbohrern und Ruten bepackt in die Höhe: Marc Hunziker, Urs Röthlisberger und  ich, Yvonne Prieur. Den Hochnebel liessen wir im Tal zurück, oben war der Himmel tiefblau, mit ein paar Wolken garniert. Wir liefen oder rodelten bis ins Restaurant am Öschinensee. Dort war die Toilette unser erstes Etappenziel. Die Biopause sollte für die kommenden Stunden den Toilettengang auf dem Eis vermeiden.

 

Der See war mit Schnee bedeckt, deshalb erforderte der Gang über die gefrorene Fläche für einmal kein Eisläufertalent. Urs hatte sich zum Fischfang den kalten Saiblingsecken ausgesucht, mit ca. minus 14 Grad Lufttemperatur und sonnengeschützt. Bald stiess Mario Kaiser noch zu uns, er war mit dem Zug von Bern gekommen. Wir waren gut ausgerüstet: 3 Eisbohrer für vier Leute. Marc zog recht schnell einen schönen Saibling von 34 Zentimetern Länge aus seinem Loch, und wir freuten uns auf reiche Ausbeute. Es dauerte eine ganze Weile, bis Mario eine Kanadische Seeforelle mit 34 Zentimetern an der Nymphe bestückt mit Bienenmaden fing. Es war kalt, Urs probierte es mit der Gurgel des Saiblings. Ich versuchte mein Glück mit einer Elritze am Tirolersystem sowie Nymphen mit Krevetten bestückt – nichts tat sich. Wir redeten über guten Kopfschutz und geheizte Schuhe, während mir die Zehen froren, die Nase tropfte die Augen tränten.

 In gebührlichen Abstand zu uns gesellte sich ein Fischer mit Sohn, der nach Altvätersitte mit dem Pickel das Eis bearbeitete. Urs stellte ihm einen Eisbohrer zur Verfügung. Wir warteten und froren, nichts tat sich. Die Männer bohrten noch mehrere Löcher; es blieb ruhig, kein Anbiss.  Nach dem Mittag kam dann in Urs Rute Bewegung, er holte zwei Saiblinge aus seinem Loch, 28 und 30 Zentimeter lang. Nur bei mir blieb alles ruhig. Um 14.00 Uhr hatte ich genug. Der immer wieder aufkommende Wind verstärkte die Kälte, die Laune wurde langsam frostig. Ich packte meine Sachen zusammen und ging zum Aufwärmen ins Restaurant. Eine Stunde später folgten Urs, Marc und Mario. Wir fuhren mit den Schlitten den Berg runter. Der Schnee auf der Rodelstrecke war ausgezeichnet -und die Bewegung nach stundenlangem Stehen tat gut.

Wir beendeten den Ausflug mit warmen Getränken im letzten Etappenziel, dem Restaurant an der Talstation. Dann fuhren wir nach Bern zurück, mit allen anderen Wochenendausflüglern zusammen im Stau und stockenden Verkehr. Die Fahrt dauerte gut zwei Stunden,  genug Zeit, um sich näher kennen zulernen und übers Fischen auszutauschen. Zum Abschied schenkte mir Urs seinen Fang: Die Saiblinge wurden daheim mit Salz und Pfeffer bestreut, in Zitronenöl und Butter mit Nüssen in der Pfanne gebraten, die letzten zwei Minuten mit frisch gehackter glatter Petersilie besprenkelt. Dazu gab es Basmatireis mit Safran, Korinthen und Berberitzen sowie Arvine aus dem Wallis.

Urs wird nächstes Jahr wieder das Eisfischen organisieren. Ich bin dabei; es ist ganz klar der coolste Vereinsanlass. Versprochen!